St. Viktor Katholische Pfarrei in Damme, Neuenkirchen, Osterfeine und Rüschendorf

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Patengemeinde Silvepura

Silvepura - ein kleines Dorf, 20 km vom Zentrum der südindischen Stadt Bangalor entfernt. Wie kam es zu dieser Patengemeinde? Ende der 70iger Jahre (1976) nahm "Misereor" die alte Tradition des "Hungertuches" wieder auf und ließ Hungertücher von Künstlern aus sog. Entwicklungsländern malen. Das erste Hungertuch wurde von Joty Sahy, einem indischen Künstler gestaltet. 1981 machte Pfarrer Helmut Middendorf von der St. Bonifatius-Gemeinde in Neuenkirchen seine erste Reise nach Indien. Es war auch sein Wunsch, den o.g. Künstler zu sprechen. Joty Sahy wohnte in diesem Dorf Silvepura. Außergewöhnlich war, dass in diesem Dorf ausschließlich Katholiken wohnten. Gespräche mit dem damaligen Ortspfarrer Stany Marioppa zeigten sehr schnell, dass Hilfe für die Christen im Ort nötig war. So wurde im Laufe der Jahre Hilfe für die Gemeinde mobilisiert. Es wurden eine Grundschule sowie eine Mittelschule gebaut, Ortsteile mit Elektrizität versorgt, den Eltern bei der Finanzierung der Schulgebühren geholfen und etliche andere Hilfsprojekte finanziert. Im Jahr 2006 war besondere Hilfe wegen der heftigen Monsunregenfälle nötig, die einen Großteil der einfachen Lehmhäuser zerstörten.

Vor drei Jahren machte nun Anton Pohlmann, ein ehemaliger Neuenkirchener Agrar-Industrieller, zusammen mit unserem Pastor eine Reise nach Indien. Natürlich besuchten sie auch das Dorf Silvepura. Der Ortspfarrer Rev. Fr. Joseph bat um Hilfe für eine dringend benötigte größere Kirche. Auch Gespräche mit dem Erzbischof Bernard Moras bestätigten die Bitte des Ortspfarrers. Es war eine gewaltige Herausforderung. Im Juli 2007 trafen sich nun der Spender, der zwischenzeitlich Hilfe zugesagt hatte, mit Rev. Fr. Francis, dem Prokurator der Erzdiözese in Neuenkirchen. Es wurden Entwürfe, Kosten und Kontrollfragen diskutiert. So konnte schon am 22. Dezember 2007 der Grundstein für die neue Kirche gelegt werden. Regelmäßig wurden wir über den Baufortschritt informiert. Im Juli 2009 hatten wir die Gelegenheit, uns vor Ort über den Baufortschritt zu informieren und Detailfragen zu klären. Zahlreiche Gespräche wurden mit der Bauführung des Bischofsamtes sowie dem Architekten und der ausführenden Baufirma geführt.

Die Kirche ist nun fertig. Sie ist sehr schön geworden. Zu den Einweihungsfeierlichkeiten waren neben dem Sponsor Anton Pohlmann auch zwei befreundete Priester, Pfarrer Helmut Middendorf und wir geladen. Es wurde vor der Einweihung eine vom jetzigen Pfarrer M. Kennedy vorbereitete 9tägige Novene in der Gemeinde unter großer Beteiligung der Gläubigen abgehalten. Am Mittwoch, dem 20. Januar 2010 fand auf dem Kirchplatz eine feierliche Messfeier statt, an der auch alle ehemaligen Pfarrer von Silvepura teilnahmen. Unser Pfarrer Helmut Middendorf war Hauptzelebrant. Selbstverständlich konzelebrierten auch die amerikanischen Priester mit.

Tags darauf fand dann unter Anteilnahme der gesamten Gemeinde die feierlich Einweihung der Kirche durch den Erzbischof Bernard Moras und die erste Messfeier in der festlich geschmückten Kirche statt. Hierzu waren neben den ehemaligen Pfarrern auch eine ganze Reihe Priester aus der Umgebung und aus dem Erzbischofshaus gekommen. Nach der Messfeier nahmen alle Dorfbewohner und Gäste an einem gemeinsamen, einfachen Mittagessen teil. Wie in Indien so üblich, wurde das unter freiem Himmel gekocht und gegessen.

Einige Tage später feierte der uns sehr wohl bekannte Rev. Fr. Francis Chinappa sein 25jähriges Priesterjubiläum. Als Prokurator war er u.a. für den Bau der Kirche in Silvepura zuständig. Auch zu dieser Feier waren alle deutschen und amerikanischen Gäste eingeladen. Die Feier fand in der Kathedrale von Bangalore unter der Leitung von Erzbischof Moras, assistiert von 4 weiteren Bischöfen, statt. Wenige Tage vor der Feier wurde Rev. Fr. Francis zum Generalvikar ernannt und ihm der Ehrentitel "Monsignore" verliehen. Fr. Francis war von 1992 bis 1997 in Silvepura als Pfarrer tätig. Msgr. Fr. Francis wird im Juli 2010 auf Einladung von Anton Pohlmann in Europa sein und in diesem Zusammenhang auch Neuenkir-chen besuchen.
Ein Teil der Reisegruppe fuhr nach diesen Feierlichkeiten weiter nach Kurnool in der Erzdiözese Hyderabad, wo ein ebenfalls vom Neuenkirchener Sponsor gestiftetes Kinderheim eingeweiht und den dort arbeitenden Salesianer-Patres übergeben wurde.
Nach weiteren Besuchen in Hyderabad, Dehli, Agra (Taj Mahal) und Jaipur kehrten alle wieder gesund in ihre Heimat zurück. Wir selbst flogen für ein paar Tage nach Kerala in die Diözese Neyyattinkara, wo wir im Priesterseminar noch eine Vorlesung über den "Gregorianischen Choral" abhalten konnten.

G. u. N. Kinzel